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Torsten Seifert - Wer ist B. Traven?

Kennt ihr litnity.com? Falls nicht, schaut unbedingt auf der Seite vorbei. Die sympathischen Gründerinnen Birgit und Dörte haben "das neue Empfehlungsportal für anspruchsvolle Literatur im deutschsprachigen Raum" geschaffen und ich bin bereits jetzt ein großer Fan. So kam es auch dazu, dass ich an meinem ersten social reading teilnehmen konnte. Ich bekam Torsten Seiferts Debütroman Wer ist B. Traven? zugeschickt, es wurden gemeinsame Leseziele gesteckt und bald darauf begann ein intensiver Austausch mit anderen Bücherwürmern zu dem Buch auf litnity.com, bei dem sich sogar der Autor selbst zu Wort meldete und Antwort auf viele Fragen gab.
Es geht in der Geschichte um den Schriftsteller B. Traven, der u.a. Das Totenschiff (1926) und Der Schatz der Sierra Madre (1927) geschrieben hat und dessen Identität lange Zeit ein sagenumwobenes Rätsel darstellte. Kein Verleger kannte ihn persönlich, es waren keine Details zu seiner Biografie bekannt und es gab eine ganze Reihe Hypothesen…

Anthony Doerr - Memory Wall

Was bedeutet es, sich an etwas oder jemanden zu erinnern? Und was heißt es im Gegenzug, Erinnerungen zu verlieren, wie kleine Steine, die einem nach und nach aus der Tasche fallen, während man weitergeht? Anthony Doerr, dessen Roman Alles Licht, das wir nicht sehen 2015den Pulitzerpreis für Belletristik gewann und den ich ebenfalls wärmstens empfehlen möchte, findet in seiner Novelle Memory Wall ganz fabelhafte Worte dafür.
Die Geschichte handelt von Alma, einer 74-jährigen Witwe, die allein in einem Vorort Kapstadts  lebt. Sie hat Hilfe von Pheko, einem jungen Vater aus den Townships, der täglich mit dem Bus anreist, sie verpflegt, sie zu Arztbesuchen chauffiert, ihr vorliest. Alma kann sich an wenig erinnern, aber füllt eine Gedächtniswand im Haus mit Dingen, die ihr helfen sollen: Notizzettel, Fotos, aber auch Kassetten mithilfe derer sich einzelne Erinnerungen wie innere Filme im Hirn wieder und wieder abspielen lassen. Hier wird die Novelle etwas waghalsig, denn die Idee von Mas…

Erich Kästner - Die Konferenz der Tiere

Ich spiele seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, auch gelegentlich Kinderbücher hier zu besprechen. Dass ich selbst Mama eines kleinen Bücherwurms bin, ist dabei sicher ein wichtiger Grund. Aber auch so haben Bücher, die für Kinder geschrieben und illustriert werden, immer eine besondere Faszination auf mich ausgeübt. Als mein Mann mich nun vorgestern mit Erich Kästners Die Konferenz der Tiere überraschte, konnte das nur die Initialzündung für eine neue Blogkategorie sein. Es lohnt sich nämlich sehr, dieses Kinderbuch hier vorzustellen, dass sich eigentlich viel mehr an erwachsene Leser richtet, als an unsere kleinen Mitbewohner.
Erich Kästner ist ein grandios universeller Schriftsteller, der unterhaltsame Bücher mit Tiefgang schrieb. Viele Generationen sind wohl vertraut mit Geschichten wie Pünktchen und Anton oder Emil und die Detektive, die zwar ganz anders sind als die Werke seiner Zeitgenossen Brecht, Hesse und Kafka, sich aber keineswegs hinter ihnen verstecken müssen. Es wird K…

Hanya Yanagihara - A Little Life

A Little Life (2015) had been following me for quite some time. I had seen pictures of it all over Instagram, had read several reviews, had held it in hands in the local bookstore. I had read so much about the impact this book has on its readers that I eventually had to give in to find out for myself. So I bought my own copy and decided to let it be my first book this year. And what can I say: My reading year may just have peaked in January.

The story that unfolds on 720 densely filled pages is extremely hard to summarize (especially if you don't want to give away too much). It revolves around the friendship of four young men - Malcolm, JB, Jude, Willem - who all went to the same prestigious university, live in New York City and accompany each other through the ups and downs of life. They fall, help each other get back up, love, laugh, cry, fight, struggle, succeed, fear, fail. They have different family backgrounds, different personalities and different careers but somehow they s…

Buch-Saiten Blogparade - Mein Lesejahr 2017

Die 9. BuchSaiten Blogparade läuft - organisiert von der tollen Petzi - und ich bin gern dabei, um mein persönliches Lesejahr Revue passieren zu lassen.
Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? "The Colour of Milk" von Nell Leyshon war eine großartige Überraschung in diesem Jahr. Ich hatte den regelrechten Hype um das Buch auf Instagram ein wenig skeptisch mitverfolgt, seit es unter dem Titel "Die Farbe von Milch" in einer (wunderschönen) deutschen Ausgabe im Eisele Verlag erschienen ist. Ich habe mich für das englische Original im Taschenbuchformat entschieden und es an zwei Abenden verschlungen. Die Leidensgeschichte der 14-jährigen Mary, einer armen Bauerstochter in England um 1830, geht unter die Haut. Die einzigartige Stimme der jungen Erzählerin ist dabei ein besonderes Erlebnis und so entsteht eine dunkle Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde. 

Welches war das Buch i…

Karl Ove Knausgård - Im Winter

Eines der letzten Bücher in meinem Lesejahr entpuppte sich für mich tatsächlich als eines der Besten. Der zweite Band der Jahreszeiten-Bücher von Karl Ove Knausgård trägt den Titel Im Winter (bereits 2015 als Om Vinteren in Norwegen erschienen) und wird vom Luchterhand Literaturverlag als "grandiose Liebeserklärung an das Leben und die sinnlich erfahrbare Welt" beschrieben, worunter man sich zuerst vermeintlich wenig vorstellen kann. Nach der Lektüre wird man diese Beschreibung allerdings sehr gut verstehen und ihr vermutlich zustimmen. Das Buch besteht aus kurzen Essays zu Themen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Es liest sich gerade so, als wäre der Autor mit gezücktem Stift, Notizbuch und unglaublich wachen Augen durch die Welt spaziert und hätte diese mehr "erschrieben" als erlebt. Die kurzen Abschnitte sind allesamt geprägt von einer enormen Beobachtungsgabe, angereichert mit mal humorvollen, mal melancholischen, konkreten ebenso wie abstrakten Verbin…

William Boyd - Die Fotografin

Ich hatte noch nichts von William Boyd gelesen, als mir das Buch Die Fotografin in die Hände fiel und mich ein Klappentext zum Kauf überzeugte, in dem "vom Leben und Lieben einer ungewöhnlich starken Frau" die Rede ist und der "ein schillerndes Porträt, eine kühne Reise durch eine lang vergangene Zeit" verspricht. Da ich nun aber eben nicht mit Boyds Werken vertraut war, stellte sich mir schon auf den ersten Seiten die große Frage: Gab es diese Fotografin, deren Bild ich hier abgedruckt sehe und deren Geschichte ich zu lesen bekomme, tatsächlich? Lese ich einen wahren Bericht über ihr Leben? Wie man derartige Fragen nun heutzutage (leider oder glücklicherweise) in Windeseile klärt, ist wohl klar. So gab ich "Amory Clay Fotografin" in das weltberühmte Suchfeld ein und wenige Sekunden später hatte ich erfahren, dass Boyd bekannt dafür ist, Biografien zu erfinden und bereits in mehreren vorangegangenen Büchern ein großflächiges Gerüst aus historischen Fakte…

3 besondere Hardcover zum Verschenken

Für alle, die auf der Suche nach einem besonderen Buchgeschenk für Nikolaus oder Weihnachten sind, habe ich drei Empfehlungen zusammengestellt. Wunderschön aufgemacht, nicht zu dick und mit zeitlosem Inhalt, eignen sich diese Hardcover hervorragend zum Verschenken:




Marie Kondo,  The life-changing Magic of Tidying up 

Marie Kondos kleine Bibel der Ordnung ist schon lange kein Geheimtipp mehr, aber ich möchte es trotzdem empfehlen. Die japanische Expertin hat eine Methode des achtsamen Aufräumens entwickelt, mit der es möglich sein soll, sich im eigenen Wohnraum ausschließlich mit Dingen zu umgeben, die einem Freude bereiten. Hierzu gibt sie Anleitung zum Aussortieren nach Kategorien (Kleidung, Bücher etc.), dem bewußten Entscheiden und der Zuordnung eines festen Platzes für jeden noch so kleinen Gegenstand. 
Ich habe das Buch gern gelesen und auch direkt einige Tipps umgesetzt. Sich von Unnützem zu befreien und seinen Wohnraum zu entrümpeln ist ein Trend, von dem man profitieren kann und…

Katharine Norbury - Die Fischtreppe

Eine Fischtreppe ist eine Wanderhilfe, die es Fischen ermöglichen soll, künstliche Hindernisse zu überwinden. In Katharine Norburys erstem Buch ist die Fischtreppe viel mehr als eine technische Einrichtung: sie ist eine wichtige Metapher, ein starkes Sinnbild für ihre eigene Reise durch das Leben, das ebenfalls nicht wenige Hindernisse bereitstellte. Als Säugling zur Adoption freigegeben, kennt die Autorin ihre Wurzeln nicht. Die Schicksalsschläge, die sie im Verlaufe ihres Lebens verarbeiten muss - eine Fehlgeburt, den Tod eines geliebten Familienmitglieds, eine schwere Erkrankung - scheinen dabei lediglich Steine des Anstoßes für die "Reise flussaufwärts" zu sein, die sie unternimmt und niederschreibt. 

Nachdem der Entschluss gefasst ist, bereist Norbury unterschiedliche Landstriche in England, Schottland und Wales zu Fuß. Sie lässt sich von Neil M Gunns Quell am Ende der Welt inspirieren und will einem Wasserlauf bis zur Quelle folgen um dabei nicht zuletzt zu sich selbs…

Anne von Canal - Whiteout

Der Duden beschreibt den Begriff whiteout als "zeitweilige[n] Verlust des Sehvermögens wegen starker Blendung durch Schnee und Wolken". Anne von Canal beschreibt das Phänomen in ihrem danach benannten Roman mit eigenen Worten und lässt es ihre Hauptfigur Hanna selbst erfahren:
Die Grenze zwischen Himmel und Erde ist ausradiert, oben und unten sind nicht mehr da, Linien und Farben ausgelöscht. Die Geschichte von "Whiteout" handelt, kurzgesagt, von Freundschaft. Allerdings geht es um eine Art Freundschaft, die so stark ist, dass sie an Liebe, ja sogar an Sucht erinnert und eben auch manchmal orientierungslos macht. Hanna und ihr Bruder Jan freunden sich schon als Kinder mit der Pastorentochter Frederike an, die nur Fido genannt wird. Die drei sind sich nah, teilen prägende Erlebnisse und schmieden gemeinsame Zukunftspläne. Die Erzählerin Hanna ist erwachsen geworden und arbeitet als Glaziologin an einem Forschungsprojekt, das sie in die eisigen Weiten der Antarktis f…

Brit Bennett - The Mothers

Becoming a mother changes you. It may sound hackneyed, it may be hard to imagine if not completely elusive for some people - but it is true. The moment in which even the first idea of your own child enters your life feels indescribably light and heavy at the same time. You can feel the purest form of love and life-altering bliss but then there also is something extremely challenging and nerve-wracking about it.
In her debut novel The Mothers Brit Bennett, an African American writer in her mid-twenties, has found a beautiful way of making this ambiguity perfectly clear. 
The story is set in California, revolves around three teenagers - Nadia, Luke and Aubrey - and tells an interconnected coming-of-age story. A romance between Nadia, who has recently lost her own mother, and Luke, who is the local pastor's son, leads to an unwanted pregnancy and its termination. Aubrey becomes Nadia's best friend soon after but doesn't know about her greatest secret; a secret the reader lea…

Arne Jysch - Der nasse Fisch

Ich bin keine Krimileserin, doch wenn die Geschichte in Berlin der 1920er Jahre spielt und noch dazu in Zeichnungen erzählt wird, macht mich das doch neugierig. 
Volker Kutscher gehört zu den erfolgreichsten deutschen Krimiautoren und seine Reihe um den Berliner Kommissar Gereon Rath besteht bereits aus sechs Bänden. Der Comiczeichner Arne Jysch hat nun den Bestseller "Der nasse Fisch" adaptiert und damit ein ganz eigenes Werk geschaffen. 
Graphic Novels werden wohl noch immer von vielen Literaturliebhabern unterschätzt. Dabei bereiten sie dem Leser ein ganz besonderes Leseerlebnis durch die spannende Verbindung aus Wort und Bild, die individuelle Ästhetik der Zeichnungen, das einzigartige Lesetempo. Der Blick wird ganz geschmeidig über die Panels gelenkt und so formen sich Text und Bilder im Kopf zu einer opulenten Geschichte.

Es geht in dem Buch um die Berliner Kriminalpolizei, Mordfälle und Ermittlungsmethoden, aber eben auch um eine im Wachstum begriffene Großstadt in de…

Paolo Rumiz - Der Leuchtturm

Paolo Rumiz, ein italienischer Journalist und Autor, ist verliebt. Verliebt in Europa, verliebt in alte Sprachen, in Griechenland, in Italien, verliebt in den Wind, in sein Mittelmeer und die kleine Insel mit dem Leuchtturm mittendrin, auf die ihn ein Freund ihn aufmerksam macht. Er entzieht sich "dem Lärm des Festlandes, dem Sturm der SMS, der Überdosis an Informationen, der doofen Musikberieselung im Supermarkt. der gefakten Welt der Drohnen und Selfies" und verbringt drei Monate auf der Insel, dessen Namen er nicht verrät.  Offenbar gibt es in der Welt der Leuchttürme drei Typen: Das 'Paradies', das bequem auf dem Festland liegt; das 'Fegefeuer', das sich an die äußersten Felsklippen klammert, und die 'Hölle', die sich auf einer unbewohnten Insel auf hoher See befindet. Es heißt derjenige, der die extreme Erfahrung der 'Hölle' gemacht hat, wird zu einer Art Magier. Für Rumiz scheint es funktioniert zu haben, denn obwohl er sich nicht vom Fl…

Karan Mahajan - The Association of Small Bombs

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In a time when disaster is spectacle and terrorist attacks are globally mediated events, small bombs become insignificant, sometimes even invisible. This, of course, is not true for those who happen to be in the wrong place at the wrong time - like Tushar, his brother Nakul and their friend Mansoor in Delhi in the year 1996. Mahajan's novel opens with a literal bang: The bombing, for which Mr. and Mrs. Khurana were not present, was a flat, percussive event that began under the bonnet of a parked white Maruti 800, though of course that detail, that detail about the car, could only be confirmed later. A good bombing begins everywhere at once.  The author takes us to the detonation of a small bomb (killing 'only' 13, injuring 30), into a torn city, and straight into a riveting story. The two sons of Mr. and Mrs. Khurana are killed in the blast, but Mansoor, their friend, survives. Traumatized, he stumbles home to his parents. From here on out, th…

Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

Die Deutschen essen in Durchschnitt genauso viel Honig wie Nutella. Und während es Nutella erst seit knapp 50 Jahren gibt, sind die Bienen schon seit tausenden von Jahren im Einsatz um flüssiges Gold zu produzieren und eine noch weitaus wichtigere Aufgabe zu erledigen: Das Bestäuben sämtlicher Nutzpflanzen. Die kleinen summenden Tiere sind von großer Bedeutung und die Norwegerin Maja Lunde widmet ihnen einen ganzen Roman.


Die Autorin reiht sich mit ihrem ersten Buch für erwachsene Leser ein in die relativ neue und enorm erfolgreiche (da erschreckend aktuelle) Form der "climate-fiction". Entstanden als eine Unterkategorie von science fiction, entwickelt sich "climate fiction" immer mehr zu einem eigenen Genre. Und im Gegensatz zu Sci-Fi, macht "Cli-Fi" die Erde zum Spielort seiner Szenarien: Mal geht es um steigende Meeresspiegel, mal um Sauerstoffknappheit. Bei Lunde geht es eben um Bienen bzw. um das beängstigende Sterben der Bienen.
Die Geschichte ist …

Claire Fuller - Swimming Lessons

Ein Briefroman ist nicht irgendein Roman. Er versucht den Leser an die Hand zu nehmen und erlaubt die unmittelbare Teilhabe an allem, was gedacht, gefühlt und niedergeschrieben wird. In Briefromanen verlagert sich die Handlung nach innen und schon im 18. Jahrhundert wurden sie gern gelesen. Wo "echte" Briefe doch heute selten sind, geben Briefromane ein Stück von dem Gefühl zurück, das jeder kennt, der sich über die Rarität im Briefkasten freut. 
Claire Fullers Roman Swimming Lessons ist zwar kein ganzer Briefroman, sondern genau genommen nur ein halber, doch genau das macht ihn unterhaltsam.  In der Geschichte geht es um Ingrid, die als junge Frau ihren Literaturprofessor Gil heiratet, mit ihm Kinder bekommt und so viele ihrer Träume aufgibt. Sie wird im Laufe der Jahre immer unglücklicher und beginnt, ihrem unsteten Mann Briefe zu schreiben, die sie in seinen umfangreichen Büchersammlungen versteckt. Eines Tages verschwindet Ingrid (es wird angenommen, die passionierte Sc…

Heinrich Böll - Irisches Tagebuch

1954 reiste Heinrich Böll zum ersten Mal nach Irland. Das Land schien ihn zu packen und nicht mehr loslassen zu wollen. Böll schrieb seinen Erfahrungsbericht, der 1957 erschien und der SPIEGEL schrieb kurz darauf: "Die Form ist journalistisch, die Sprache oft dichterisch, das Ergebnis ist Literatur". 



Vor einigen Wochen durfte auch ich auf die grüne Insel reisen und nichts hätte mich wohl feinsinniger auf die Reise vorbereiten können, als Bölls Zeilen. Er schreibt persönlich, aber verschleiert nicht; er erzählt episodisch, aber trotzdem fügt sich alles zusammen. Das Buch nimmt Leser von heute mit ins Gestern und bleibt dabei doch so aktuell: "Wer ins Ausland geht, möchte die Nachteile des eigenen Landes [...] zwar gern missen, dessen Karbonaden aber mitnehmen." 
Ob Landschaft, Leute, Kirche, Pub oder Soziales - Böll schafft es, mich für alles Irische zu begeistern. Als ein Nordlicht, das meteorologische Kapriolen gewohnt ist, gefällt mir aber auch diese Stelle bes…

J.D. Vance - Hillbilly Elegy

Poverty.

Not the stuff bestsellers are made of. 
That is, if you are not J.D. Vance, who grew up in a poor Appalachian town, the youngest member of a hillbilly family, who ended up graduating from Yale Law School and who put pen to paper. The author himself starts off with a confession: "I find the existence of the book you hold in hands somewhat absurd".
To some extent, it actually is a little absurd, because what makes his book so successful is not superb writing (I find Vance's writing to be solid but far from brilliant).
Instead, what makes this book successful is its perfect timing. We find ourselves in tough times marked by a deep sense of insecurity: economic insecurity (when might the next financial crisis hit?) and political insecurity (when will the idiot in the White House finally be kicked to the curb?).  Hillbilly Elegy seems to hit a sweet spot. It might not explain why many Americans voted for Trump but it offers us valuable insight into the minds of those…